22.06.2020
Politischer Extremismus

„Fremdsein“ als Strategie salafistischer Online-Propaganda

Salafisten bezeichnen sich selbst als „Ghuraba“ („die Fremden“). Damit verstärken sie bei ihren Sympathisanten das Empfinden einer Isolation vom gewohnten Umfeld/ der Mehrheitsgesellschaft und das Gefühl, stattdessen einer göttlich auserwählten Elite anzugehören. Zugleich dient dieses Narrativ als Bekräftigung der Zuschreibung von Freund und Feind.

Solche heldenhaften Deutungen und die Idee, einer auserwählten Gruppe anzugehören, wirken für junge Userinnen und User attraktiv, insbesondere in Zeiten, in denen sich Rassismus in Gewaltanwendung und rechtsextremistisch-motivierten Anschlägen niederschlägt (z. B. Hanau oder Halle).

Wie auch beim Prinzip des "Al-Wala wa-l-baraa" wird von Anhängerinnen und Anhängern gefordert, sich von pluralistischen Lebensgewohnheiten und einer gesellschaftlichen und demokratische Partizipation fernzuhalten.