15.05.2019
Politischer Extremismus

Musik-Streamingdienst verbreitet rechtsextreme Musik

Über den beliebten Musik-Streamingdienst Spotify ist rechtsextreme Musik leicht auffindbar. Bekannte Bands aus der rechtsextremen Szene wie Übermensch, Blutzeugen, Moshpit und weitere sind hier vertreten. Zwar sind die Alben und Titel nicht durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert. Einige der Songs, Albentitel sowie bildlichen Elemente weisen jedoch (indirekte) Bezüge zum Nationalsozialismus und zur rechtsextremen Ideologie auf. Das Streamen über Spotify generiert zudem Einnahmen für die verantwortlichen Szene-Labels und Bands.

Über den Streamingdienst kann rechtsextreme Propaganda eine hohe Reichweite erzielen. In einem Song der Band Blutzeugen findet sich beispielsweise die Liedzeile: "Das Grundgesetz ist wertlos, Gesetze schnell erfunden. Die Gedankenpolizei macht mal wieder Überstunden." Solch antidemokratische Agitation kann über das bei Jugendlichen besonders beliebte Spotify eine Vielzahl junger Userinnen und User erreichen. Problematisch dabei: Über den Vorschlagsalgorithmus werden ähnliche Inhalte vorgeschlagen, was das Risiko noch erhöht, mit weiterer rechtsextremer Musik in Kontakt zu kommen.