27.07.2020
Politischer Extremismus

Prozess in Halle: "fringe communities" und rechtsextreme Gewalt

Onlinedienste und Soziale Netzwerke, die anonym nutzbar und unmoderiert sind, haben zur Entstehen von sogenannten "fringe communities" geführt, in denen menschenverachtende Propaganda, Anleitungen zu Gewalttaten und eine Verehrung von Attentätern Alltag ist. Am 21.07.2020 startete der Prozess gegen den Attentäter von Halle, dessen Aussagen darauf hinweisen, dass er sich in eine solche Community eingebunden fühlt und seine Tat auf ein internationale Onlinepublikum wirken sollte. Auch die Tatankündigung in einem Imageboard sowie die Verbreitung seines "Manifests" wiesen bereits darauf hin, dass ein enger Zusammenhang mit einer Radikalisierung im Netz besteht.

Seine Tat hatte der Attentäter live via Twitch gestreamt. Zwar reagierte der Dienst schnell; auf anderen Plattformen wie Telegram ist das Video jedoch weiterhin online. Weitere Informationen zu dem Dienst, der auch "fringe communities" eine Plattform bietet, der Report "Telegram: Zwischen Gewaltpropaganda und 'Infokrieg'".