10.07.2020
Politischer Extremismus

Telegram: Zwischen Gewaltpropaganda und „Infokrieg“

Telegram ist über die letzten Jahre eine zentrale (Ausweich-)Plattform für rechtsextreme Propaganda geworden. Die Zahl einschlägiger Kanäle und Gruppen wie auch ihre Mitgliederzahl stieg rasant. Telegram dient dabei als Backup-Community für den Fall der Löschung rechtsextremer Kanäle auf den großen Plattformen. Zudem fungiert der Dienst als Alternativplattform, Kommunikations- und Vernetzungsmedium, als Propaganda- und Materialarchiv. Neben der vermeintlich privateren Kommunikation wird Telegram auch zur Verbreitung von Inhalten mit drastischen Verstößen genutzt. Der Dienst zeigt dabei kein proaktives Vorgehen gegen diese Inhalte und reagiert unzureichend auf Meldungen.

Dabei ergeben sich Kontaktrisiken für Kinder und Jugendliche schon aus der Fülle an absolut unzulässigen Inhalten in Kombination mit den einfachen Suchfunktionen und Vernetzungs- sowie Share-Möglichkeiten. Dass Telegram mit Push-Nachrichten Userinnen und User quasi dauerhaft im Kontakt hält und der Dienst zunehmend Funktionen eines sozialen Netzwerkes erfüllt, steigert noch das enorme Gefährdungspotenzial. Mit der wachsenden Beliebtheit von „Dark Social“, insbesondere bei jungen Userinnen und Usern, ist hier hoher Handlungsbedarf vorhanden.

Weitere Erkenntnisse der Schwerpunktrecherche zu rechtsextremer Propaganda via Telegram sowie zu den Reaktionen des Dienstes sind im Report Telegram: Zwischen Gewaltpropaganda und „Infokrieg“ zu finden.